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Das Marine-Luftschiff LZ 104 verließ am 25. Oktober 1917 die Staakener Hallen und ging ein Jahr später bei der Rückkehr von der Afrika-Fahrt verloren.
 
Blick aus einem Zeppelin-Luftschiff um 1916/17 auf die neuen Staakener Werftanlagen
Auf der gegenüberliegenden Seite der Zufahrtsstraße entstand parallel die Gasanstalt der Zeppelin? Wasserstoff-Sauerstoff-Gesellschaft Berlin-Staaken, kurz Zewas genannt, die das Treibgas für die Luftschiffe herstellte. Sie erhielt einen großen, wasserlosen Gasometer mit Teerdichtung. Auf ihm wurde ein Leuchtfeuer installiert, um den Staakener Zeppelin? Hafen mit seiner Landefläche von etwa 2000 x 1200 Metern auch bei Nacht ansteuerbar zu machen.
Am 9. November 1916 war für Staaken der große Tag gekommen. Das erste vor den Toren Spandaus gebaute Luftschiff, LZ 75, verließ die Nordhalle. Es hatte ein Gasvolumen von 55 200 Kubikmetern und erhielt bei der Marine die Bezeichnung L 37. Nach nur 45 Fahrten über eine Gesamtstrecke von 29100 Kilometern und 428 Betriebsstunden wurde es bei Ende des Ersten Weltkrieges in Seddin abgewrackt, Teile gingen nach Japan.
In den Jahren 1915 bis 1917 verließen 73 Zeppeline die Produktionsstätten, davon 28 die Werften in Potsdam und Staaken. Mit zunehmender gegnerischer Abwehr mussten die Luftschiffe immer gigantischer werden, um größere Höhen erreichen zu können. Hatten die ersten Fahrzeuge noch einen Gasinhalt von nur 20 000 Kubikmetern, so stieg die Größe bis auf 68 500 Kubikmeter an. Damit erreichte man eine Höhe von über 7000 Metern.
1917 kam die militärische Führung auf den Gedanken, ein Versorgungs? Luftschiff mit Waffen und Medikamenten zuden bedrängten Truppen in der deutschen Kolonie in Ostafrika zu schicken. Das Luftschiff selbst sollte in Afrika demontiert und weiterverwendet werden, die Hülle beispielsweise als Zeltbahn. Das ursprünglich ausgewählte, in Friedrichshafen gebaute Luftschiff LZ 102 drohte sich jedoch bei starkem Wind in Jüterbog bei Berlin loszureißen und musste in Brand geschossen und zerstört werden.


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