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Der Flugplatz Staaken


Im Ersten Weltkrieg trat der aufstrebende Zivilverkehr der Deutschen Luftschiffahrts AG (Delag) in den Hintergrund, und die Konstruktionen des Grafen Zeppelin und seiner Mitstreiter bekamen eine neue Bedeutung als Waffe. Soldaten fuhren mit ihnen (Luftschiffe fliegen nicht, sondern fahren, wie die Schiffe auf See) über die gegnerischen Stellungen und warfen per Hand Bomben ab. Entsprechend groß war der Bedarf an neuen Luftschiffen. So übernahm die Luftschiffbau Zeppelin GmbH den Potsdamer Hafen der Delag und rüstete ihn zu einer zusätzlichen Produktionsstätte um.
Doch auch diese Anlagen reichten schon bald nicht mehr aus. Aus diesem Grunde erwarb das Unternehmen 1915 ein 2600 x 1200 Meter großes Gelände bei Spandau zwischen der Bahnlinie nach Hamburg im Norden und der Heerstraße im Süden? heute kurz hinter der Grenze auf DDR Gebiet gelegen. Der Bereich gehörte zum Haveler Lug, einem großen Sumpfgebiet vor den Toren Berlins. "Über dem Staakener Grundstück ließen damals noch Trappen, jene großen, scheuen Sumpfvögel der Mark, ihre eintönigen Rufe ertönen. Russische Gefangene arbeiteten an der Entwässerung des Lugs und machten mit dieser großzügigen Kulturarbeit auch die Staakener Flächen baureif", erinnerte sich Zeppelin?Generaldirektor Alfred Colsmann in seinem Buch Luftschiff voraus.
Der Bau erfolgte unter der Leitung von Dipl.? Ing. W. E. Dörr, dem Erbauer und Direktor des Potsdamer Luftschiffhafens. In Staaken entstanden zwei gigantische 252 Meter lange, 35 Meter breite und 40 Meter hohe Luftschiff? Fertigungshallen mit Schiebetoren an beiden Enden, die Nordund die Südhalle. Dazwischen befand sich die kleinere Ringmontagehalle, in der die Querringe für das Stützgerüst der Luftschiffkörper liegend zusammengebaut, mit Hilfe eines speziellen Montagegerüstes in die jeweilige Bauhalle geschafft, aufgerichtet und mit den Längsträgern zum äußeren Schiffsgerippe verbunden wurden. Zwischen den Hallen befanden sich Werkstatt? und Büroräume.
Nach Norden in Richtung Bahnlinie schlossen sich dann weitere Werkstätten für die einzelnen Bauteile der Luftschiffe? wie Träger und Gondeln? Tischlerei, Schneiderei, Gießerei, Kesselhaus, Wasch? und Umkleideräume, Konstruktionsbüros, das Verwaltungsgebäude und schließlich ganz vorne an der Zufahrtsstraße das Pförtnerhaus an. Für den Betrieb der Berliner Werften wurde eine gesonderte Firma, die Luftschiffbau Zeppelin GmbH, Staaken, gegründet.  


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